Aktuelles

6. September 2017

Toter Luchs im Landkreis Berchtesgadener Land aufgefunden

Der tote Luchs, der am 5.9.2017 aufgefunden wurde, wird nun einer pathologischen und forensischen Untersuchung zugeführt. Ob auch der Fundort auf die Todesursache hinweisen kann, wird polizeilich geklärt.

Der einzige bisher nachgewiesene Luchs im Grenzgebiet zwischen Berchtesgadener Land und österreichischem Pinzgau war Alus. Er ist ein aus dem Schweizer Jura ins italienische Friaul umgesetzter Luchs, der dort den Bestand auffrischen sollte. Er wanderte jedoch ab, überquerte den Alpenhauptkamm und wurde Anfang Dezember 2015 zum ersten Mal im Berchtesgadener Land nachgewiesen. Er hielt sich seit Frühjahr 2015 im Pinzgau auf und wechselte wohl hin und wieder auf die bayerische Seite. Ein Fellmustervergleich mit dem jetzt tot aufgefundenen Luchs wird klären können, ob es sich dabei um Alus handelt.



6. März 2017

Genprobe des eingefangenen Luchses ist ausgewertet

Das äußere Erscheinungsbild des Anfang Januar im Steinwald eingefangenen Luchses ließ bereits vermuten, was die Analyse der Genprobe nun bestätigt hat: Sein Genmuster passt zu jenen Genmustern, welche auch Gehegeluchse aufweisen.

Gehegeluchse haben meist eine wenig ausgeprägte Fellzeichnung und eine graubraune Fellfarbe und können am ehesten dem nordischen (fennoskandinavisch-russischen) Luchstypus zugerechnet werden. Die bayerisch-böhmischen Luchse, die karpatischen Ursprungs sind, sind dagegen meist großgefleckt und haben eine eher rötlich-braune Fellfarbe.

Ausschlaggebend für die Entscheidung, den Luchs einzufangen, waren jedoch nicht die Unterschiede im Fellmuster, sondern sein vertrautes Verhalten. Der Luchs zeigte sich unbeeindruckt von Menschen oder menschlichen Behausungen. Stattdessen schien er eher Kontakt aufnehmen zu wollen. Dieses Verhalten ließ es unwahrscheinlich erscheinen, dass er ein in Freiheit aufgewachsener Luchs war. So war auch fraglich, ob er sich dauerhaft selbständig hätte ernähren können.

Ein Luchs, der sich wiederholt Menschen annähert oder sich an Nutztieren vergreift, würde seinen wilden Artgenossen einen Bärendienst erweisen. Denn leider dürften viele Menschen bei solchen Ereignissen nicht mehr zwischen einem aus Gehege- oder Privathaltung stammenden Luchs und einem in freier Wildbahn geborenen Luchs unterscheiden. Allzu schnell ist dann ein derart ungewöhnliches Verhalten auf alle wildlebenden Artgenossen übertragen und der Ruf unserer eigentlich sehr heimlich lebenden Waldkatzen ruiniert.



10. Februar 2017

Luchsweibchen bei Spiegelau überfahren

Am 6. Februar wurde gegen 8.15 Uhr bei Spiegelau im Landkreis Freyung-Grafenau eine junge Luchsin überfahren als sie die Staatsstraße St2132 überqueren wollte. Der Zusammenprall mit dem Auto verursachte mehrere Knochenbrüche, Hautabschürfungen und starke innere Verletzungen.

Das Luchsweibchen war durch das Fotofallen-Monitoring als B46 bekannt. Es wurde im April 2016 erstmals durch eine bei Bayerisch-Eisenstein aufgestellte Fotofalle erfasst. Vermutlich wanderte es von der tschechischen Seite des Böhmerwalds zu. Seitdem wurde die subadulte Luchsin immer wieder zwischen Zwiesel und Kirchdorf sowie im Nationalpark fotografiert.

Da sie in sehr guter körperlicher Verfassung und mit rd. 15 kg ein verhältnismäßig großes Weibchen war, ist das ein herber Verlust für die empfindliche bayerisch-böhmische Luchspopulation.



23. Januar 2017

Jahrestreffen des AK Luchs Nordbayern thematisiert Luchs und Wolf

Am 20. Januar fand erneut das jährliche Treffen des AK Luchs Nordbayern statt. Zu der 3-stündigen Abendveranstaltung sind alle Interessierten der Region sowie die Mitglieder des Netzwerks Große Beutegreifer nach Friedenfels eingeladen.

Thema war dieses Mal natürlich die junge Luchsin (genannt "Wuzerl"), die im Steinwald einen neuen Lebensraum gefunden hat und sich offensichtlich dort sehr wohl fühlt. Außerdem wurde vom überraschenden Auftauchen eines zweiten Luchses dort berichtet. Die aktuellen Wolfsnachweise auf dem TÜP Grafenwöhr bildeten den Abschluss der gut besuchten Veranstaltung.



10. Januar 2017

Zweiter Luchs im Steinwald aufgetaucht

Im Steinwald ist ein zweiter Luchs aufgetaucht. Er ähnelt im Aussehen eher dem nordischen Typus, der meist eine wenig ausgeprägte Fellzeichnung hat. Wie jetzt eine erneute Auswertung der Fotofallen ergab, lief er bereits Ende November durch die im Steinwald aufgestellten Fotofallen.
Außerdem machte er durch recht zutrauliches Verhalten gegenüber Mensch und Hund auf sich aufmerksam. Dabei wurde er mehrmals fotografiert, so dass schnell klar wurde, dass es sich nicht um die wiederfreigelassene junge Luchsin handelte.


Anfang Januar fiel er schließlich wieder auf, als er etwas nördlich des Steinwalds ein Kamerunschaf überwältigte und es sich daneben auf dem überdachten alten Hühnerstall gemütlich machte. Vor Menschen zeigte er wieder keinerlei Scheu. Nur wenn sich jemand seiner Beute unmittelbar näherte, knurrte er leise, um deutlich zu machen, dass er damit nicht einverstanden war.

Das mehrfach gezeigte vertraute Verhalten und die günstige Gelegenheit, die der Fund eines gerissenen Beutetiers bietet, bewog die zuständigen Fachbehörden, den Luchs an dieser Stelle einzufangen. Nach einer gründlichen gesundheitlichen Untersuchung und der Abwägung der bisherigen Verhaltensbeobachtungen soll dann entschieden werden, was mit ihm weiter geschehen kann.

 

23. September 2016

Junge Luchsin im Steinwald ist mobil und ernährt sich selbst

Die junge Luchsin, die am 7. August im Steinwald wieder freigelassen worden ist, ist nun schon die sechste Woche auf sich alleine gestellt und macht ihre Sache offensichtlich recht gut. Bisher konnten zwei von ihr erbeutete Rehe gefunden werden - dank der Hilfe eines speziell ausgebildeten Spürhundes.

Sie ist außerdem ganz nach Luchsart äußerst mobil und erkundet nun den Steinwald mit seinen zahlreichen Felsformationen und seinem Mosaik an Jungwuchsflächen, Dickungen und alten Baumbeständen.

Bei einem ihrer Ausflüge in ihren neuen Lebensraum ist sie durch inzwischen drei Fotofallenstandorte spaziert. An einem dieser Standorte ist sie besonders schön abgebildet.



24. August 2016

Verwaister Jungluchs im Steinwald freigelassen

Der im Dezember 2015 verwaist aufgegriffene Jungluchs ist am 7. August 2016 im Steinwald, Landkreis Tirschenreuth, wieder freigelassen worden. Das junge 11,5 kg leichte Luchsweibchen ist inzwischen 14 Monate alt und hat damit ein Alter erreicht, in dem junge Luchse aus dem mütterlichen Territorium abwandern und sich ein eigenes Revier suchen. Ob ihr der Steinwald und seine angrenzenden Waldgebiete zusagen, entscheidet sie nun selbst. Die Voraussetzungen sind dort jedenfalls bestens: Die Gegend ist wildreich und die junge Luchsin wird dort wertgeschätzt - nicht zuletzt von der örtlichen Jägerschaft, die das Vorhaben unterstützte und damit das Selbstverständnis des Jagdverbandes als Naturschutzverband unter Beweis stellte.


Im Großraum des Fichtelgebirges gab es sporadisch immer wieder Hin- oder Nachweise von Luchsen, so zuletzt im Februar 2015 bei Grafenwöhr, im August 2015 und im Juli 2016 bei Flossenbürg. Sehr wahrscheinlich handelte es sich dabei um männliche Luchse, da Weibchen geringere Abwanderungsdistanzen (0-81 km) zeigen als Männchen (5-200 km). Umso wichtiger ist nun dieses junge Weibchen, denn es könnte den Grundstein für einen Populationskern außerhalb der Quellpopulation des Bayerischen Waldes legen.

Bis dahin ist jedoch noch ein weiter Weg, denn zunächst geht es für die junge Luchsin ums reine Überleben. Zwar ist der Jagdinstinkt bei Katzenartigen gut ausgeprägt, aber ohne jagdliches Vorbild durch ein Muttertier, wird sie es etwas schwerer haben als andere junge Luchse.



31. März 2016

Luchsmännchen bei Philippsreut überfahren

Am 24. März wurde abends der Luchs Patrik an der Bundesstrasse B12 bei Philippsreut überfahren. Patrik wurde 2007 von Mitarbeitern des Nationalparks Sumava gefangen und mit einem Senderhalsband ausgestattet. Wenige Monate danach verstummte das Signal. Der Grund ist auf den Fotofallenbildern zu erkennen, die seit 2009 von ihm entstanden sind: eine nicht mehr vorhandene Sendeeinheit. Seit damals wurde er immer wieder an verschiedenen Fotofallenstandorten im südlichen Böhmerwald, vor allem auf tschechischer Seite, erfasst.

In den letzten zehn Jahren wurden sieben Luchse überfahren (2006, 2011, 2012, 2014, 2015 und zwei Tiere 2016). Dass im gleichen Monat und so kurz hintereinander zwei Luchse überfahren werden, ist ungewöhnlich, vor allem aber eine unglückliche (und zufällige) Häufung verkehrstoter Luchse.



16. März 2016

Jungluchs bei Zwiesel überfahren

Am 16. März wurde um ca. 6 Uhr ein 9-10 Monate altes Luchsweibchen auf der Bundesstrasse B11 zwischen Zwiesel und Ludwigsthal von einem Auto erfasst. Die Spuren im Schnee deuteten auf zwei Tiere hin, die dort die Straße überqueren wollten. Nur das zweite Tier, vermutlich die Mutter, gelangte auf die andere Straßenseite.



10. März 2016

Jungluchs wurde stranguliert

Der am 29. Dezember 2015 bei Schönberg im Landkreis Freyung-Grafenau im Straßengraben gefundene tote Jungluchs starb durch menschliche Gewalteinwirkung. Wie in der Passauer Neuen Presse stand, wurde das Tier offensichtlich mit Draht oder Schlinge erdrosselt. Zuvor konnte die anatomisch-pathologische Untersuchung anhand des Röntgenbildes einen Verkehrsunfall ausschließen. Die kleine ca. 6-7 Monate alte Luchsin wurde also absichtlich neben der Straße abgelegt, vermutlich um einen Verkehrsunfall vorzutäuschen.



29. Januar 2016

Luchs im Bayerischen Alpenraum wanderte von Nordost-Italien zu

Der Luchs, der Anfang Dezember 2015 im Berchtesgadener Land und im März 2015 im Pinzgau mittels Fotofalle nachgewiesen wurde, konnte nun identifiziert werden. Es handelt sich um das 2008 im Schweizer Jura geborene und 2014 ins italienische Friaul umgesiedelte Luchsmännchen namens "Alus".

Im Dreiländereck zwischen Italien, Österreich und Slowenien sollte Alus das kleine Luchsvorkommen von 2-3 Individuen auffrischen und zur Bestandsstützung beitragen. Doch seine Spur verlor sich im Dezember 2014 als sein Senderhalsband aufgefunden wurde.

Seine erneute Erfassung im März 2015 im österreichischen Pinzgau bedeutet, dass er in nur drei Monaten von der Südalpen- auf die Nordalpenseite wanderte: eine Strecke von rund 130 km Luftlinie. Das ist eine beachtliche Strecke, liegen die durchschnittlichen Abwanderungsdistanzen im Alpenraum doch nur bei 55 km für Männchen und 25 km für Weibchen.

Die längste bisher nachgewiesene Abwanderungsdistanz liegt bei 200 km und stammt von einem Männchen, das aus der Nordostschweiz bis ins italienische Trentino abwanderte, seit 2008 jedoch der einzige Luchs in dieser Gegend geblieben ist. Solche Langstreckenläufe sind also seltene Ereignisse und können daher als spektakulär erachtet werden.

Fotofallenbild Luchs Alus 2012 (c)KORA
Die Identifizierung von Alus war durch einen Vergleich von Fotofallenbildern möglich, die Fachleute der SCALP-Gruppe angestellt haben. In der SCALP-Gruppe haben sich Luchsexperten der Alpenländer zusammengeschlossen, um den Status des Luchses alpenweit zu erfassen und zu dokumentieren.
In Bayern spielt dabei das sog. Netzwerk Große Beutegreifer eine wichtige Rolle, da seine Mitglieder vor Ort Hinweisen zu Luchs, Wolf und Bär nachgehen. Auf diese Weise wurde auch das Fotofallenbild von Anfang Dezember bekannt.



14. Januar 2016

Erster Luchsnachweis im Bayerischen Alpenraum

Im südwestlichen Landkreis Berchtesgadener Land wurde Anfang Dezember ein Luchs mit Hilfe einer Fotofalle nachgewiesen. Wie ein Fellmustervergleich ergeben hat, handelt es sich dabei um dasselbe Tier, das im Frühjahr 2015 im nördlichen Pinzgau im österreichischen Bundesland Salzburg bereits mittels Fotofalle erfasst wurde. Eigentlich war es also nur eine Frage der Zeit, wann dieser Luchs auch auf deutscher Seite auftaucht.

Luchsnachweis BGL Dezember 2015
Die Herkunft dieses Luchses ist unklar, denn die nächstgelegenen Luchsvorkommen sind ziemlich weit entfernt. In Betracht kommen am ehesten die Österreichischen Kalkalpen oder das Dreiländereck zwischen Italien, Österreich und Slowenien. Beide Gebiete sind ca. 120-130 Kilometer entfernt.



11. Januar 2016

Luchs tot aufgefunden

Am 29. Dezember 2015 wurde bei Schönberg im Landkreis Freyung-Grafenau ein toter Luchs im Straßengraben gefunden. Der Fundort deutet zwar auf einen Verkehrsunfall hin, die Todesursache des ca. 6 Monate alten Luchses wird nun jedoch auch noch pathologisch und forensisch abgeklärt.



4. Januar 2016

Verwaister Jungluchs eingefangen

In der Nacht vom 18. auf den 19. Dezember wurde ein verwaister Jungluchs mit Hilfe einer Kastenfalle eingefangen. Er war zwei Tage zuvor an einem Hühnerstall aufgefallen als er dort versuchte an Nahrung zu kommen. Nur etwas größer als eine Hauskatze fraß er wohl bei deren Katzenfutter mit. Auch ein Huhn konnte er erbeuten, ließ es aber vor Schreck wieder fallen, als die Anwohnerin früh morgens zum Hühner füttern kam. Sie meldete den kleinen Luchs sogleich an das Landratsamt in Regen, das das Luchsprojekt verständigte.

Mitarbeiter des Landesamts für Umwelt organisierten die Einfangaktion mit einer Kastenfalle des Nationalparks Bayerischer Wald. Zwei ortsansässige Jäger packten kräftig mit an und auch die Anwohner leisteten unschätzbare Hilfe. Der kleine Luchs wird nun in einem Quarantänegehege überwintert und aufgepäppelt. Danach soll er an geeigneter Stelle wieder freigelassen werden.

Verwaister Jungluchs 2015

Halbwüchsige Luchse, die ihre Mutter verloren haben, sind noch nicht in der Lage sich selbständig zu ernähren. Um nicht zu verhungern, suchen solche verwaisten Jungtiere manchmal die Nähe von Ortschaften auf, um dort etwas Fressbares zu finden. Dabei wird in der Regel offen zugängliches Katzen- oder Hundefutter gefressen. Und es kann vorkommen, dass sich die jagdunerfahrenen Luchse an kleinen, leicht erbeutbaren Nutztieren des Menschen vergreifen. Um dies zukünftig zu unterbinden und einer Konditionierung auf Nutztiere vorzubeugen, ist das Einfangen solcher Jungluchse notwendig. In der Regel verschwinden solche Waisen jedoch spurlos und können in den seltensten Fällen eingefangen werden. Ohne den Schutz und die Fürsorge ihrer Mutter verhungern sie dann.

Im Jahr 2009 wurde bereits schon mal ein verwaister Jungluchs bei Freyung eingefangen (siehe Luchs-Nachrichten Nr. 9 und Nr. 10) und im Frühsommer des darauffolgenden Jahres wieder freigelassen. Das jetzige Luchsjunge ist das inzwischen vierte Tier, das verwaist aufgegriffen wurde.




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