Aktuelles

1. Oktober 2017

Projektbericht zum Fotofallenmonitoring ist veröffentlicht

Der Projektbericht zum Fotofallenmonitoring, das im Luchsjahr (1.5.2016-30.4.2017) im Auftrag des Bayerischen Landesamts für Umwelt durchgeführt wurde, steht unter InfoMaterial zum Download bereit.



19. September 2017

Jungluchs im Landkreis Freyung überfahren

Am 16. September gegen 18 Uhr wurde an der Bundesstraße B12 bei Hinterschmiding ein junger Luchs überfahren und sofort getötet. Das knapp hauskatzengroße Weibchen folgte seiner Mutter über die Straße und wurde dabei von einem Auto erfasst. Da der Kadaver erst mit Hilfe eines Spürhundes in einiger Entfernung gefunden werden konnte, hatte die Mutter ihr totes Junges offensichtlich aufgenommen und weggetragen.
Die kleine Luchsin wird nun einer routinemäßigen Untersuchung unterzogen.



8. September 2017

Tot aufgefundener Luchs ist Alus

Bei dem tot im Berchtesgadener Land aufgefundenen Luchs handelt es sich tatsächlich um Alus. Das hat der Fellmustervergleich ergeben.
Da jeder Luchs ein individuelles Fleckenmuster hat, lässt sich seine Identität wie bei einem menschlichen Fingerabdruck eindeutig klären.

Der Tod dieses Luchses ist ein trauriger Höhepunkt in dem Bemühen die Ausbreitung der Luchspopulation in den Alpen fördern. Im Rahmen des Translokationsprojekts ULyCA (Urgent Lynx Conservation Action) wurde Alus im Schweizer Jura gefangen und im April 2014 ins italienische Friaul am südöstlichen Alpenbogen transportiert. Bemerkenswert ist auch seine weitere Geschichte: Sein Senderhalsband wurde im Dezember 2014 in einem Baum hängend gefunden, so dass sich seine weitere Spur verlor. Im März 2015 tauchte er schließlich 130 km nördlich im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet zwischen Pinzgau und Berchtesgadener Land auf.



6. September 2017

Toter Luchs im Landkreis Berchtesgadener Land aufgefunden

Der tote Luchs, der am 5.9.2017 aufgefunden wurde, wird nun einer pathologischen und forensischen Untersuchung zugeführt. Ob auch der Fundort auf die Todesursache hinweisen kann, wird polizeilich geklärt.

Der einzige bisher nachgewiesene Luchs im Grenzgebiet zwischen Berchtesgadener Land und österreichischem Pinzgau war Alus. Er ist ein aus dem Schweizer Jura ins italienische Friaul umgesetzter Luchs, der dort den Bestand auffrischen sollte. Er wanderte jedoch ab, überquerte den Alpenhauptkamm und wurde Anfang Dezember 2015 zum ersten Mal im Berchtesgadener Land nachgewiesen. Er hielt sich seit Frühjahr 2015 im Pinzgau auf und wechselte wohl hin und wieder auf die bayerische Seite. Ein Fellmustervergleich mit dem jetzt tot aufgefundenen Luchs wird klären können, ob es sich dabei um Alus handelt.



6. März 2017

Genprobe des eingefangenen Luchses ist ausgewertet

Das äußere Erscheinungsbild des Anfang Januar im Steinwald eingefangenen Luchses ließ bereits vermuten, was die Analyse der Genprobe nun bestätigt hat: Sein Genmuster passt zu jenen Genmustern, welche auch Gehegeluchse aufweisen.

Gehegeluchse haben meist eine wenig ausgeprägte Fellzeichnung und eine graubraune Fellfarbe und können am ehesten dem nordischen (fennoskandinavisch-russischen) Luchstypus zugerechnet werden. Die bayerisch-böhmischen Luchse, die karpatischen Ursprungs sind, sind dagegen meist großgefleckt und haben eine eher rötlich-braune Fellfarbe.

Ausschlaggebend für die Entscheidung, den Luchs einzufangen, waren jedoch nicht die Unterschiede im Fellmuster, sondern sein vertrautes Verhalten. Der Luchs zeigte sich unbeeindruckt von Menschen oder menschlichen Behausungen. Stattdessen schien er eher Kontakt aufnehmen zu wollen. Dieses Verhalten ließ es unwahrscheinlich erscheinen, dass er ein in Freiheit aufgewachsener Luchs war. So war auch fraglich, ob er sich dauerhaft selbständig hätte ernähren können.

Ein Luchs, der sich wiederholt Menschen annähert oder sich an Nutztieren vergreift, würde seinen wilden Artgenossen einen Bärendienst erweisen. Denn leider dürften viele Menschen bei solchen Ereignissen nicht mehr zwischen einem aus Gehege- oder Privathaltung stammenden Luchs und einem in freier Wildbahn geborenen Luchs unterscheiden. Allzu schnell ist dann ein derart ungewöhnliches Verhalten auf alle wildlebenden Artgenossen übertragen und der Ruf unserer eigentlich sehr heimlich lebenden Waldkatzen ruiniert.



10. Februar 2017

Luchsweibchen bei Spiegelau überfahren

Am 6. Februar wurde gegen 8.15 Uhr bei Spiegelau im Landkreis Freyung-Grafenau eine junge Luchsin überfahren als sie die Staatsstraße St2132 überqueren wollte. Der Zusammenprall mit dem Auto verursachte mehrere Knochenbrüche, Hautabschürfungen und starke innere Verletzungen.

Das Luchsweibchen war durch das Fotofallen-Monitoring als B46 bekannt. Es wurde im April 2016 erstmals durch eine bei Bayerisch-Eisenstein aufgestellte Fotofalle erfasst. Vermutlich wanderte es von der tschechischen Seite des Böhmerwalds zu. Seitdem wurde die subadulte Luchsin immer wieder zwischen Zwiesel und Kirchdorf sowie im Nationalpark fotografiert.

Da sie in sehr guter körperlicher Verfassung und mit rd. 15 kg ein verhältnismäßig großes Weibchen war, ist das ein herber Verlust für die empfindliche bayerisch-böhmische Luchspopulation.



23. Januar 2017

Jahrestreffen des AK Luchs Nordbayern thematisiert Luchs und Wolf

Am 20. Januar fand erneut das jährliche Treffen des AK Luchs Nordbayern statt. Zu der 3-stündigen Abendveranstaltung sind alle Interessierten der Region sowie die Mitglieder des Netzwerks Große Beutegreifer nach Friedenfels eingeladen.

Thema war dieses Mal natürlich die junge Luchsin (genannt "Wuzerl"), die im Steinwald einen neuen Lebensraum gefunden hat und sich offensichtlich dort sehr wohl fühlt. Außerdem wurde vom überraschenden Auftauchen eines zweiten Luchses dort berichtet. Die aktuellen Wolfsnachweise auf dem TÜP Grafenwöhr bildeten den Abschluss der gut besuchten Veranstaltung.



10. Januar 2017

Zweiter Luchs im Steinwald aufgetaucht

Im Steinwald ist ein zweiter Luchs aufgetaucht. Er ähnelt im Aussehen eher dem nordischen Typus, der meist eine wenig ausgeprägte Fellzeichnung hat. Wie jetzt eine erneute Auswertung der Fotofallen ergab, lief er bereits Ende November durch die im Steinwald aufgestellten Fotofallen.
Außerdem machte er durch recht zutrauliches Verhalten gegenüber Mensch und Hund auf sich aufmerksam. Dabei wurde er mehrmals fotografiert, so dass schnell klar wurde, dass es sich nicht um die wiederfreigelassene junge Luchsin handelte.


Anfang Januar fiel er schließlich wieder auf, als er etwas nördlich des Steinwalds ein Kamerunschaf überwältigte und es sich daneben auf dem überdachten alten Hühnerstall gemütlich machte. Vor Menschen zeigte er wieder keinerlei Scheu. Nur wenn sich jemand seiner Beute unmittelbar näherte, knurrte er leise, um deutlich zu machen, dass er damit nicht einverstanden war.

Das mehrfach gezeigte vertraute Verhalten und die günstige Gelegenheit, die der Fund eines gerissenen Beutetiers bietet, bewog die zuständigen Fachbehörden, den Luchs an dieser Stelle einzufangen. Nach einer gründlichen gesundheitlichen Untersuchung und der Abwägung der bisherigen Verhaltensbeobachtungen soll dann entschieden werden, was mit ihm weiter geschehen kann.


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